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Einzigartiger Genuss

Nassauische Neue Presse – 4. Dezember 2012

Zu festlicher Chor- und Orgelmusik luden Bezirkskantor Michael Loos sowie das “Ensemble Vocale”, die “Harmonie Lindenholzhausen” und der sehr junge Chor “Young Harmonists – Next Generation” in die voll besetzte Pallottinerkirche St. Marien ein. Die Chöre sangen am Sonntag für die Leberecht-Stiftung dieser Zeitung.

Von Anken Bohnhorst-Vollmer

Limburg. Der Advent ist die Zeit des Innehaltens und des Wartens. Es ist die Gelegenheit, Ruhe und Kraft zu schöpfen. Das gelingt am besten mit Musik, wie sie die sehr zahlreich erschienenen Zuhörer in der Pallottinerkirche St. Marien erlebten: Knapp 120 Minuten ließen sie sich am Sonntagabend in eine Klangsphäre mitnehmen, deren meiste Werke zwar vielen Liebhabern der Chormusik bekannt sein dürften. Interpretation und Vortrag der Sänger aber boten eine einzigartige Freude und Genuss, auf die das “Ensemble Vocale Lindenholzhausen” mit Orlando di Lassos “Jubilate Deo” feierliche einstimmte.

Ein anspruchsvolles Programm hatte dieser gemischte Chor unter der Leitung von Andreas Jung vorbereitet, etwa mit Sergej Rachmaninows “Bogoroditse djewo”, einem ungemein stimmungsvollen Werk, dessen Dynamik die Sänger angenehm modulierten. Insbesondere die Tenöre beeindruckten hier mit einem reinen, hörbar unangestrengten Timbre. Denn das ist das große Glück dieses Chors, dass jede Stimme gut besetzt ist, dass Frauen- und Männerstimmen selbst bei so kontrastreich vorgetragenen Werken wie Ernst Peppings “Es kommt ein Schiff, geladen” nicht auseinanderstreben, sondern sich zu einem klangfarbenfrohen Ganzen verbinden. Sehr deutlich zu hören war diese natürliche Harmonie auch bei “Es ist ein Ros‘” entsprungen” des Barock-Komponisten Michael Praetorius. Da bewies der Chor zudem, dass feierliche Musik durchaus frisch vorgetragen werden darf – und dass ein sanftes Mitsummen der Zuhörer diese Wirkung noch erhöhen kann.

Ebenso feierlich gestaltete Bezirkskantor Michael Loos seine Orgelbeiträge, das nachdenklich stimmende “Moto ostinato” von Petr Eben und Sigfrid Karg-Elerts erhaben brausendes “Lobet den Herrn mit Pauken und Zimbeln schön”. Am eindringlichsten aber war Max Regers Scherzo in A-Dur, opus 47,4, mit dem Organist Loos in der Pallottinerkirche eine wundervoll warme Atmosphäre erzeugte, die von dem zweiten großen Chor des Abends, der “Harmonie Lindenholzhausen”, weiter veredelt wurde.

Denn dieses gewaltige, rund 90 Sänger zählende Ensemble um Jan Schumacher verzauberte die Zuhörer derart, dass man die Zeit des vorweihnachtlichen Wartens gerne ausdehnen möchte.

Neben einem energisch präsentierten “Cantate Domino” von Giovanni Croce sangen die Männer Knut Nystedts “I will praise thee, O Lord” herrlich ausdrucksvoll und Franz Biebls “Ave Maria” mit den Solisten Andreas Jung (Tenor) und Hans Albert Demer (Bass) mit gerade jener wohltuenden Eindringlichkeit, wie man sie sich für dieses Werk wünscht.

Ein ebenso überwältigendes Klangerlebnis bot der Chor mit “O du stille Zeit” von Cesar Bresgen und natürlich mit Adolphe Adams “Cantique de noel” (Solist: Andreas Jung). Diese Musik war nicht nur ergreifend zu hören, sondern wegen des stets freundlich, aber fordernd wirkenden Dirigats von Jan Schumacher imposant anzusehen.

Einen “ganzheitlichen Genuss” boten schließlich auch die “Young Harmonists – Next Generation”, ein kleiner, sehr feiner Chor, in dem rund zwei Dutzend junge Männer und Frauen unter der Leitung von Jan Schumacher singen. Klar und hochkonzentriert sangen die jugendlichen Sänger “Verleih uns Frieden gnädiglich” von Felix Mendelssohn Bartholdy. Authentischer vorgetragen könnte diese Bitte nicht klingen.

Ihnen und den bereits seit langem bewährten Sängern von “Ensemble Vocale” und der “Harmonie” sowie Bezirkskantor Michael Loos galt der begeisterte Schlussapplaus.

Danke

Nassauische Neue Presse – 4. Dezember 2012

Das großartige Benefizkonzert der NNP in der Pallottinerkirche hat am Sonntagabend nicht nur die Ohren und Herzen der Besucher geöffnet, wie Pater Schroers in der Begrüßung wünschte – sondern auch die Geldbörsen.

Rund 5000 Euro kamen für die Leberecht-Stiftung dieser Zeitung zusammen, weil alle Mitwirkenden auf eine Gage verzichteten. NNP-Redaktionsleiter Joachim Heidersdorf dankte denn auch am Ende den drei Chören aus Lindenholzhausen, Bezirkskantor Michael Loos, den zum 17. Mal bewährten Gastgebern, den Pallottinern und der Pfarrgemeinde St. Marien, sowie dem Limburger Musikhaus Demmer, das das Klavier zur Verfügung stellte.

Der große Männerchor der “Harmonie” machte nebenbei auch beste Werbung in eigener Sache. Viele nahmen sich am Ausgang gerne seine neue CD “a day of sunshine” mit. Der Titel steht im übertragenen Sinne für den Zweck dieses Konzerts. Es möge auch denen, die im Schatten stehen, ein bisschen Sonnenschein bringen.