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Konzert “XL – 222 Männer im Klangrausch” – ein wunderbares Weihnachtsgeschenk

Nein, XL ist nicht die durchschnittliche Konfektionsgröße von Männerchorsängern, sondern ein Hinweis auf die ungewöhnlich große Zahl von Sängern im Rahmen eines besonderen Konzertes. Vier Männerchöre präsentieren am 4. Mai 2019 im Festspielhaus der Seebühne Bregenz und am 25. Mai 2019 in der Stadthalle Limburg Chorliteratur vom Feinsten, unterstützt und ergänzt durch das Profiblechbläserensemble Sonus Brass aus Österreich. Und weil es rund 222 Sänger sein werden, ist es ein Männerchor XL.

Die 222 Männer sind Sänger der österreichischen Chöre „LIEDERmännerChor“ Alberschwende und Männerchor Götzis, sowie der heimischen Spitzenchöre „Germania“ Freiendiez und „Harmonie“ Lindenholzhausen. Ausgangspunkt dieses Projektes war das Harmonie Festival 2017 in Lindenholzhausen (Deutschland) mit einem Projektchor von fast 300 Männerstimmen.

Der Spaß am gemeinsamen Singen so vieler Männer, der Klang und auch die Präzision eines solch gewaltigen Klangapparates waren für alle Beteiligten so überwältigend, dass die Idee einer Fortsetzung auf noch höherem Niveau entstand.

Das Programm reicht von Klassikern der Männerchorliteratur bis zur zeitgenössischen Musik. Aber auch Nummern aus dem Pop-Bereich werden zu hören sein. Sonus Brass wird nicht nur die Chöre bei einigen Stücken begleiten, sondern auch bei eigenständigen Auftritten zu hören sein.

Dieses Konzert wird sicher ein Leckerbissen und ist für alle Musikliebhaber auch ein wunderbares Weihnachtsgeschenk. Die Kartenpreise der drei Kategorien sind 15 €, 20 € bzw. 25 €. Karten gibt es ab sofort bei der Ticketzentrale Limburg und www.eventim.de. Ebenfalls sind Karten bei der Wendelinus-Apotheke Lindenholzhausen und auf dem Adventsmarkt in Freiendiez am 3. Advent erhältlich.

 

Sternstunde des Chorgesangs

Nassauische Neue Presse – 07.08.2018

Lindenholzhausen. Der Männerchor der „Harmonie“ Lindenholzhausen hatte zu einem in jeder Hinsicht außergewöhnlichen Chorkonzert eingeladen. Mit dabei: herausragende Gäste aus Fernost.

Am Ende bezeichnete der „Harmonie“-Vorsitzende Manfred Neunzerling den Abend als „Sternstunde des Chorgesangs“. Die langanhaltenden stehenden Ovationen und Zugabe-Rufe bestätigten, dass er damit den Zuhörern aus dem Herzen sprach. Als Konzertpartner hatten die Sänger der „Harmonie“ um ihren musikalischen Leiter Martin Winkler das Ensemble „Imusicapella“ von den Philippinen gewonnen. Der von seinem Dirigenten Tristan Caliston Ignacio 2002 gegründete Chor zählt heute zu den leistungsstärksten seines Landes und ist Träger internationaler Preise und Auszeichnungen.

Den Auftakt bildete ein von der „Harmonie“ vorgetragenes Potpourri populärer Titel aus der Feder von Friedrich Silcher. Diese Herzstücke der deutschen Männerchorliteratur lagen bei den Sängern aus Lindenholzhausen, die seit vielen Jahren als einer der besten Männerchöre des deutschen Sprachraums gelten, in besten Händen. Vereint wurde dieses Potpourri durch die versierte wie umsichtige Klavierbegleitung von Klaus Cutik. Mit dem a cappella vorgetragenen Titel „Untreue“ demonstrierten die Sänger die musikalische Finesse dieser Chorsätze. Angesichts der Unerschöpflichkeit des Silcherschen Oeuvres hätte man sich von diesen Interpreten auch ein paar weniger bekannte Melodien gut vorstellen können.

Bereits das melancholische „Herbstlied“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy, dargeboten von den Gästen aus Fernost, zeigte einen kammermusikalischen Gesamtklang mit beispielhafter Textdeklamation, von der zahlreiche deutsche Chöre noch lernen könnten. In Werken, wie „Gloria, laus et honor“ von J. Balsamo oder dem „Psalm 117“ von J. Vajda demonstrierten die Sängerinnen und Sänger unter dem sparsamen Dirigat des musikalischen Leiters die Fähigkeit, unterschiedliche musikalische Charaktere in einem Werk schlüssig zu verbinden. In „Mate saule“ und „Laudate Dominum“ der baltischen Komponisten P. Vasks und G. Svilainis meisterte „Imusicapella“ rhythmisch höchst komplexe Musik. Den Abschluss dieses ersten Blocks bildete ein furioser Mambo. Alles dies wurde auswendig vorgetragen und dirigiert. Beides ein Indiz für die souveräne Beherrschung der Materie, welche die Sopranstimmen in schwindelerregende Höhen trieb und ein unglaubliches Tempo erreichte, ohne dass die Präzision darunter litt.

Den zweiten Teil eröffnete die „Harmonie“ mit einem Spiritual-Medley, in dem Kompositionen der amerikanischen Chorkomponisten Moses Hogan, Richard Gilliam und Robert Shaw miteinander verbunden wurden. Mit „My soul is been anchored“, ebenfalls von Moses Hogan, unterstrich Martin Winkler, dass seine Sänger auch dieses Genre gekonnt bedienen.

„Imusicapella“ demonstrierte auch in der zweiten Konzerthälfte, wie flexibel das Ensemble mit unterschiedlichen Stilen umzugehen weiß. Zunächst wurde dies erlebbar mit „Slana padna gane“ von Dobri Hristov, das deutlich von der osteuropäischen Chortradition inspiriert schien. Mit „Pamugun“ von Francisco Feliciano gelang dem Chor ein rhythmisches Feuerwerk, das trotz des Tempos nie an klanglicher Dichte und deklamatorischer Präzision einbüßte. Die tolle Chorleistung wurde noch unterstrichen durch zahlreiche solistische Leistungen, die dem Charakter der Stücke, darunter „Imagine“ von John Lennon oder „Thousand Years“ von Christina Perri, nichts schuldig blieben. Das Chorarrangement von „We will rock you“ geriet zur grandiosen Choreographie, die auch ohne Dirigent perfekt dargeboten wurde – wie das eindrucksvolle Finale: „The circle of life“.

Wahrlich eine Sternstunde des Chorgesangs.