Artikel der Kategorie "Aktuelles"

27 Artikel

HARMONIE sucht den 100. Sänger

Projekt “Offene HARMONIE”

Nassauische Neue Presse – 20. Februar 2014

Der Männerchor der „Harmonie“ Lindenholzhausen hat ein ehrgeiziges Ziel: Der Chor, der derzeit über 93 aktive Sänger und einen gesunden Altersdurchschnitt verfügt, nachdem in den vergangenen Jahren viele jugendliche Sänger den Weg in den Chor gefunden haben, möchte weiter wachsen und möglichst bald den 100. Sänger in den eigenen Reihen aufnehmen.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist die Aktion „Offene Harmonie“ ins Leben gerufen worden: Zunächst findet vom 13. bis 15. März im Dorfgemeinschaftshaus in Lindenholzhausen (jeweils von 20 Uhr an) ein erstes offenes Proben-Wochenende statt, das in einer Konzertteilnahme in Frankenau (Kellerwald) seinen Höhepunkt findet. Als ein weiterer Höhepunkt ist für den 11. Oktober (ebenfalls im Anschluss an ein offenes Proben-Wochenende) in der Frankfurter St.-Katharinenkirche ein geistliches Chorkonzert geplant, an dem gegebenenfalls als Gäste auch noch andere Chöre oder Solisten teilnehmen werden.

Das Angebot, unverbindlich an diesen Wochenenden teilzunehmen, richtet sich an alle interessierten Sänger (ob junge oder ältere), die Freude an gemeinschaftlichem Singen in einem großen Männerchor haben. Eingeladen sind natürlich nicht nur ehemalige Chorsänger, die womöglich ihre musikalische Heimat verloren haben, sondern ausdrücklich auch jene, die bislang noch keine gesanglichen Erfahrungen sammeln konnten, aber gern einmal an einem solchen Gemeinschaftserlebnis teilhaben möchten.

„Wir freuen uns über alle neuen Sänger, die Lust haben, unseren Chor mit ihrer Stimme zu unterstützen, die Freude an der Probenarbeit, den Konzerten und dem gemeinschaftlichen Erleben haben“, sagt Martin Winkler, der künstlerische Leiter der „Harmonie“. „Wir möchten gern an unserer gegenwärtigen Position, ein großer Männerchor zu sein, festhalten. Denn viele Chorwerke sind gerade für große Chöre komponiert worden, und die Faszination, die von der Aufführung solcher Stücke ausgeht, wenn sie vom Volumen und dem Sound einer großen Besetzung getragen werden, ist ungebrochen. Das macht Spaß – nicht nur dem Publikum, sondern auch uns Sängern.“

Wer Lust hat, an den Proben-Wochenenden teilzunehmen, wer sich für die musikalische Arbeit an den Chorwerken, Konzertauftritten und Wettbewerbsteilnahmen sowie das gemeinschaftliche Miteinander im Chor und der Vereinsfamilie begeistern kann, ist eingeladen, die „Harmonie“ kennenzulernen.

Die Proben beginnen – wie jeden Donnerstag – um 19.45 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus.

Bezaubernde Klänge

Weihnachtskonzert zwischen Jubel und atemlosen Lauschen

Nassauische Neue Presse – 23. Dezember 2013

Von Klaus-Dieter Häring

Westerburg. In einem umjubelten Konzert setzten sich die Sänger der „Harmonie“ aus Lindenholzhausen für den Erhalt der Liebfrauenkirche in Westerburg ein. Gemeinsam mit einem Streichquartett und ihren Nachwuchssängern boten sie eine breite Spanne vorweihnachtlicher Lieder.

Wohl dem Verein, der auf solch ein engagiertes Vorstandsmitglied verweisen kann wie der Förderverein der Liebfrauenkirche Westerburg mit Gerhard Krempel. Der engagierte Rechtsanwalt versteht es, mit unzähligen Veranstaltungen den Erhalt des historischen Gotteshauses zu sichern. Hochkarätige Konzerte mit tausenden begeisterten Besuchern und den dazu gehörigen Spenden spielen dabei immer wieder eine wichtige Rolle.

Internationale Klasse, zarte Geigenklänge, wunderschöne junge Stimmen und ein international anerkannter Männerchor sorgten nun bei einem Weihnachtskonzert wieder für solch einem Erfolg. Die vielen Besucher, die den Kirchenraum füllten, wurden mit wunderschöner Chor- und hervorragender Instrumentalmusik belohnt.

Uraufführungen

Mit der „Harmonie“ aus Lindenholzhausen pflegt Gerhard Krempel seit vielen Jahren freundschaftliche Verbindungen. So war es kein Wunder, dass der renommierte Männerchor die Einladung zu diesem Weihnachtskonzert gerne annahm. Die 77 Männer waren sich der Wichtigkeit dieses Konzertes bewusst und hatten in unzähligen Sonder- und Registerproben sich auf diese Konzert unter ihrem Dirigenten Martin Winkler vorbereitet. Sogar einige Uraufführungen waren für diesen Abend vorgesehen war. So wie das „Dona nobis pacem“ von Joseph Gregorio, das atemlose Stille beim Publikum verursachte. Diese sollte auch beim elfstimmigen „Ave Maria“ von Franz Biebl anhalten. Ein Stück, das dem Männerchor aus Lindenholzhausen wie auf den Leib geschnitten ist. Mit dem französischen „Cantique de noel“ wurde der internationale Querschnitt von Weihnachtsliedern und hochklassigen Chorwerken beendet.

„Next Generation“

Einen reizvollen Kontrast zu den gestandenen und wohlklingenden Männerstimmen bildeten die jungen Männer und Frauen, die den Nachwuchschor der „Harmonie“ bilden. Der gemischte Jugendchor „Next Generation“ begeisterte ebenfalls unter der Leitung von Martin Winkler mit internationalen Chorwerken wie „Be still“ von James E. Moore oder „Der Weg nach Bethlehem“von Romualds Jemaks.. Ebenfalls von James E. Moore kam das „That we may be done“, das durch ein betörendes Solo von Max Schmitt aufgewertet wurde. Beide Chöre wurden am Klavier begleitet durch Klaus Cutik.

Den internationalen Charakter des Weihnachtskonzertes steigerte das Streichquartett „Concertino“ aus Weißrussland. Mit hochklassigen Stücken, wie von Johann Sebastian Bach „Air“ oder dem Weihnachtskonzert G-Dur von Arcangelo Corelli sowie in der Begleitung der Chöre rundeten die vier Musiker einen wunderschönen Abend ab.

Diese Stimmen stimmen

Chorsänger gelten als gesellige Menschen, denen es gelingt, in jeder Phase ihrer Feierfreude den richtigen Ton zu treffen

Nassauische Neue Presse – 23. September 2013

Als Geburtstagsgäste bei »ensemble vocale« waren der Männerchor »Harmonie« und Pianist Klaus Cutik eingeladen / Foto: Bohnhorst-Vollmer

Als Geburtstagsgäste bei »ensemble vocale« waren der Männerchor »Harmonie« und Pianist Klaus Cutik eingeladen / Foto: Bohnhorst-Vollmer

 

Von Anken Bohnhorst-Vollmer

Lindenholzhausen. […] Wie mitreißend ein […] Liederabend sein kann, war jetzt beim Geburtstagskonzert von „ensemble vocale“ zu erleben – mit einem sympathischen, von Andreas Jung souverän geleiteten Chor: der hochkarätigen, singenden Männermannschaft „Harmonie Lindenholzhausen“ und dem Pianisten Klaus Cutik, der solistische Glanzpunkte setzte.

Praller Klang

Ihre musikalische Vielseitigkeit bewies auch der gewaltige Männerchor „Harmonie Lindenholzhausen“. Rund 80 Sänger stehen hier unter dem Dirigat von Martin Winkler, der seine Männer an diesem Abend mit der freundlichen Bestimmtheit eines Fußballtrainers anfeuerte, freilich ohne jemals die Beherrschung zu verlieren. Vielmehr widmete der Chor seinem Gastgeber zu dessen Feier Robert Sunds „A day of sunshine“ und die Michael-Cox-Komposition „Rock of ages“. Möglicherweise sollte gerade mit diesem Lied noch einmal die festigende, kraftvolle Wirkung jahrelangen Singens betont werden. Zu hören war jedenfalls, wie sämtliche Nuancen der Männerstimmlagen zu einem prallen Klang verschmolzen.

Mit einem Friedrich-Silcher-Potpourri „Am Brunnen vor dem Tore – Untreue – Rosenstock, Holderblüh“ hatten die Harmonisten auch deutsche Volkslieder vorbereitet, die von den Zuhörern mit so großer Freude aufgenommen wurden, dass sich beinahe ein spontaner Hallen-Chor formierte. Die rhythmische Unterstützung für seine Sänger forderte Dirigent Winkler für das muntere Mitmachlied „Dry bones“ ein, bei dem die detaillierte Zuordnung aller menschlichen Knochen nicht nur schmissig besungen, sondern auch mit allerhand Utensilien aus dem musikalischen Instrumentenkoffer begleitet wird. […]

Ein grandioses Konzert

Überragende Chöre feierten mit der “Eintracht” Erbach den 120. Geburtstag

Nassauische Neue Presse – 27. Juni 2013

Von Dr. Rüdiger Fluck

Bad Camberg-Erbach. […] Ein weiteres Aushängeschild in der Region sind die Sänger der „Harmonie Lindenholzhausen“, die mit Spitzenplatzierungen bei vielen Chorwettbewerben ihren hohen Leistungsstand immer wieder dokumentieren können. Sie zeigten besonders, dass Harmonie und Formschönheit sowie musikalische Experimentierfreude sich als Merkmals des heutigen Chorgesangs nicht entgegenstehen. Was sollte man bei ihrem Auftritt mehr bewundern – die ruhigen und geheimnisvollen „Abendstimmen“ von Mathieu Neumann oder die besonderen Rhythmen und die Ausdruckskraft bei „Dry bones“ (Livingston Gearhart). Ohne Disziplin und Freude am Singen und der intensiven Zusammenarbeit zwischen Martin Winkler und den Sängern kommen solche Auftritte nicht zustande. […]

Gold in der Kehle – und jede Menge Temperament

Ein außergewöhnliches Konzert in Lindenholzhausen: „University of Santo Tomas Singers“ bei der „Harmonie“ […]

Nassauische Neue Presse – 10. Juni 2013

Von Anneke Jung

Limburg-Lindenholzhausen. Wenn dieser Ausnahmechor von den Philippinnen in der Gegend konzertiert, ist das wie eine Garantie auf ein volles Haus, obwohl das Ensemble in den vergangenen vier Wochen im Umkreis von 70 Kilometern bereits drei Konzerte gegeben hat und ein weiteres im Westerwald bevorstand. Und dass die „Santo Tomas Singers“ in Hessen sind, ohne in Lindenholzhausen aufzutreten, geht gar nicht.
So konnten sich die vielen Gäste im Dorfgemeinschaftshaus des Ortes wieder an den unglaublichen sängerischen Fähigkeiten des Chores und an seiner mitreißenden Ausstrahlung delektieren.
Man muss das eigentlich nicht jedesmal wieder beschreiben, aber dieser Mischung aus extremer Präzision in jeden musikalischen Parameter, sei es Intonation, Aussprache, Klangentwicklung, Ensembletechnik oder auch Choreographie, und einer auf der Bühne gelebten, oft überbordenden Musizierfreude kann man sich kaum entziehen. Der Dirigent und Gründer des Chores aus Manila, Prof. Fidel G. Calalang jr., hat es gar nicht nötig, seine jungen Damen und Herren über die Maßen anzuspornen. Da genügen kleine Fingerzeige, um große Effekte zu hervorzurufen.Am eindrucksvollsten ist die Truppe zweifellos bei den Kompositionen aus ihrer Heimat, die meist wie kleine Gesamtkunstwerke aus Gesang, Percussion und Bewegung erscheinen. Hier kommt die schier unglaubliche Klangkraft der gerade mal 25 Sängerinnen und Sänger wunderbar zur Wirkung.

Dynamische Bandbreite

Die dynamische Bandbreite vom zartesten, zu Herzen gehendenen Pianissimo bis zu einem Klangorkan, der den Saal zum Beben bringt, beherrscht der Chor wie kaum ein zweiter, und ruft damit immer wieder Begeisterungsstürme und stehende Ovationen noch während des Konzerts hervor.

Eine Offenbarung in Sachen Intonation und Klang waren auch die modernen geistlichen Werke, wie „O nata lux“ des Amerikaners David Dickau oder „Agnus Dei“ der Kubanerin Beatriz Corona. Jede der häufig auftretenden Dissonanzen rastete sofort ein, sodass sich ein glasklarer, an Brillanz kaum zu überbietender Klang einstellte, der Gänsehaut versursachte.

Dass jedes Ensemblemitglied auch solistische Fähigkeiten besitzt, zeigte sich unter anderem an den gefühlvoll interpretierten „Vocalises on Morricone“, die Prof. Calalang selbst nach einer Melodie vom Ennio Morricone arrangiert hat. Die junge Sopranistin eroberte die Ohren und Herzen der Hörer sofort.

Interessant war die Kombination dieses einzigartigen Klanges mit typischen Werken aus dem Bereich der geistlichen Madrigale oder auch mancher Volkslieder. So perfekt die Interpretation auch war, hier wirkte die Dynamik manchmal ein bisschen überzogen, beispielsweise am Schluss des Hugo-Alfven-Arrangements von „Och Junfrun hon gar i ringen“. Man musste erstaunt feststellen, dass auch eine derart außergewöhnliche Stimmgewalt sich in ihrer Wirkung auf den Hörer abnutzen kann.

Gute Gastgeber

Gewissermaßen am Rande des Konzerts wartete die „Harmonie“ selbst mit zwei tollen Programmpunkten auf. Erst seit ein paar Monaten probt der Jugendchor „Next Generation“, mit Martin Winkler erst seit sieben Wochen. Trotzdem konnte sich das, was die jungen Leute auf die Bühne brachten, absolut hören lassen. Sehr fein gelang das „Ave Maria“ von Jacob Arcadelt. Bei „Uti var hage“ von Hugo Alfven konnte man sogar ein Soloquartett erleben. Auf die weitere Entwicklung dieses jungen „Harmonie“-Gewächses darf man gespannt sein.

Der Männerchor selbst steht seit ein paar Monaten wieder unter der Leitung seines langjährigen Dirigenten Martin Winkler, und man kann getrost sagen: „Wie schön, dass wieder zusammen ist, was zusammen gehört.“ So lebendig und gelöst, dabei piekfein im Klang und sehr musikantisch hat man die Herren seit längerem nicht erlebt.

Mit einem gemeinsamen Lied aller Mitwirkenden wurde ein außergewöhnlicher Konzertabend in Lindenholzhausen beendet.